Texas – Alle Highlights im Big Bend Nationalpark an einem Tag erkunden

Big Bend Nationalpark
"Texas, Roadtrip durch den Big Bend Nationalpark"

Where the dessert meets the mountains! – Die Anreise zum Big Bend Nationalpark ist lang! Schier endlose Straßen führen euch durch die texanische Einöde Richtung Nordwesten. Hinter der kleinen Stadt Sonora ändert sich die Landschaft merklich, wie Licht am Ende des Tunnels erheben sich schroffe Berghänge am Horizont. Ab hier habt ihr euer Ziel stets vor Augen und nähert euch mit jeder Meile dem Big Bend Nationalpark. Freut euch auf spektakuläre Wüsten- und Berglandschaften, eine einzigartige Flora und Fauna, sowie spannende Wanderungen. Genießt die Ruhe an einem der abgelegensten Orte in den USA und macht die Nacht zum Tag während die Milchstraße am Himmel leuchtet. Auch wenn der Big Bend Nationalpark euch Aktivitäten für einen ganzen Jahresurlaub bieten würde, heißt es während eines Texas Roadtrips leider Prioritäten setzen. In diesem Beitrag zeigen wir euch, wie ihr die wichtigsten Highlights im Big Bend an nur einem Tag erkundet…

Big Bend Nationalpark
"Texas, Wüste und Berge im Big Bend Nationalpark"

Anreise in den Big Bend Nationalpark?

Der Big Bend liegt sehr abgelegen im Westen Texas an der Grenze zu Mexiko. Die nächstgrößeren Städte mit (inter-)nationalen Flughäfen sind El Paso und Carlsbad, selbst diese liegen jedoch rund 5h Fahrt entfernt. Bis nach San Antonio oder Austin sind es sogar 6-7 Stunden Fahrt. Daher erreicht ihr den Big Bend am besten im Rahmen eines Texas Roadtrips. 

Lohnt sich der Big Bend Nationalpark?

Vermutlich stellen sich einigen von euch nun die Frage ob sich die lange Anreise zum Big Bend und weiter in den Norden Texas lohnt. Wir geben zu, auch wir haben uns diese Frage bei schier endlosen Autofahrten durch die texanische Provinz mehr als einmal gestellt, aber können sie definitv mit einem klaren „Ja!“ beantworten. Der Big Bend zählt zu den schönsten Nationalparks in den USA und beeindruckt mit spektakulären Berg- und Wüstenlandschaften. Die Wanderung in den Santa Elena Canyon am Rio Grande zählt zu unseren absoluten Texas Highligths. Aber auch die umliegenden verschrobenen Ortschaften wie Alpine und Marfa, sowie die Weiterfahrt nach Roswell in New Mexiko möchten wir keinesfalls missen. Allein für den Big Bend Nationalpark und die einzigartigen State Parks rund um Amarillo, hat sich die Anreise in den Westen bzw. Norden Texas allemal gelohnt!

Big Bend Nationalpark
"Texas, Landschaft im Big Bend Nationalpark"

Ist es im Big Bend Nationalpark Gefährlich?

Trotz der unmittelbaren Nähe zur mexikanische Grenze ist es im Gebiet des Nationalparks weitestgehend sicher. Der Big Bend ist extrem abgelegen in einer Menschen feindlichen Umgebung sodass, hier nur selten illegale Migranten ihr Glück versuchen. Im Park gibt es allerdings Berglöwen und Schwarzbären, aber auch hier sind Begegnungen äußerst selten und die Tiere versuchen sich in der Regel von uns Menschen fernzuhalten. Beachtet auf den Wanderwegen und den Campgrounds die Hinweisschilder und verhaltet euch rücksichtvoll im Umgang mit der Natur. Die größte Gefahr im Big Bend ist die Hitze! Die texanische Sonnen brennt erbarmungslos und ist keineswegs mit unseren Sommern vergleichbar. (Trust me!!!) Achtet unbedingt auf Sonnenschutz und habt immer ausreichend Wasser dabei. Die Empfehlung lautet eine Gallone Wasser pro Person und Tag. Aber auch auf Wanderungen gibt es am Trailhead Empfehlungen zur Trinkwassermenge, tretet den Rückweg an wenn euer Wasser zur Hälfte aufgebraucht ist!

Wann ist die beste Reisezeit für den Big Bend Nationalpark?

Auf Grund der extremen Wetterverhältnisse, ist die beste Reisezeit für den Big Bend Nationalpark im Frühjahr (März – April) bzw. im Herbst (Oktober – November). In den Wintermonaten sind die Temperaturen zwar meist mild, es kann allerdings zu sintflutartigen Regenfällen kommen oder sogar schneien. Der Sommer in Texas ist lang und ab Mai bis in den September hinein ist mit extremer Hitze und Temperaturen bis zu 45°C zu rechnen. Wir selbst waren im September in Texas und es war noch unmenschlich heiß, sodass wir einige Aktivitäten auslassen mussten.

Big Bend Nationalpark
"Texas, Esel auf den Weg zum Big Bend Nationalpark"

Zugegegeben ein Tag im Big Bend Nationalpark ist sportlich, aber machbar! Manche Besucher verbringen ihren gesamten Jahresurlaub in der Region. Insbesondere wer viel Wandern möchte kann ohne Bedenken mehrere Tage im Nationalpark verbringen. Dabei ist vor allem die Reisezeit ausschlaggebend, da in den heißen Sommermonaten einige längere Wanderungen zu gefährlich wären.

Der perfekte Ausgangspunkt für den Big Bend Nationalpark

Die gute Nachricht vorab, rund um den Big Bend Nationalpark gibt es sehr viele wunderschöne und einzigartige Unterkünfte! Jetzt kommt jedoch das große Aber, denn in solch abgelegenen Regionen schießen die Preise schnell in die Höhe. Dann habt ihr eigentlich nur zwei Möglichkeiten, entweder ihr beißt in den sauren Apfel und gönnt euch ein einzigartiges Erlebnis jenseits eures üblichen Unterkunftsbudget oder ihr nehmt Abstriche in der Lage in Kauf und rechnet mit einer weiteren Anreise. Im Big Bend bedeutet dies konkret, dass Terlingula auf Grund der Nähe zum Nationalpark mit Abstand den besten Ausgangspunkt bietet, aber damit auch die höhsten Preise. Eine gute Alternative bietet Alpine, was rund 1,5 Stunden Fahrt entfernt liegt oder Marfa in rund 2 Stunden Entfernung. Für uns war der perfekte Kompromiss mit einem unschlagbaren Preisleiszungsverhältnis eine wunderschöne moderne Unterkunft* in einem Schiffscontainer vor den Toren von Alpine.

Big Bend Nationalpark: Unterkunft in Alpine
"Texas, Cowgirl Shipping Container Unterkunft in Alpine"

Fossil Discovery Exhibition

Vor rund 100 Millionen Jahren war dort, wo heute die Wüste Texas liegt ein azurblauer Ozean. Durch die Plattentektonik verschoben sich die Landmassen, sodass sicher der Ozean zu einer tropischen Insellandschaft zusammenschob. Die verschiedenen Teile der Landmasse der heutigen USA vereinten sich und die Küstenregionen trockneten aus. Der Rest ist Geschichte, sodass ihr heute in der einzigartigen Landschaft des Big Bend stehen könnt, wo sich Wüste und Berge vereinen. Die erste Station im Big Bend ist daher die Fossil Discovery Exhibition. Die Ausstellung zeigt euch den Wandel der Region und einige originale Dinosaurier-Skelette und Fossilien. Der kleine Pavillion irgendwo im nirgendwo ist nachhaltig gebaut und versucht so wenig wie möglich in das einzigartige Ökosystem einzugreifen. Von der kleinen Anhöhe habt ihr außerdem einen schönen Ausblick auf die weitläufige Landschaft.

Big Bend Nationalpark: Fossil Discovery Exhibition
"Texas, Fossil Discovery Exhibition im Big Bend Nationalpark"

Panther Junction Visitor Center (Headquarter)

Wer früh in den Nationalpark kommt wenn die anderen Visitor Center noch geschlossen sind, muss hier im Headquarter einen der ersten Stops einlegen um den Eintritt zu bezahlen. Panther Junction bietet euch außerdem zahlreiches Infomaterial wie Wanderkarten, Wetterdaten und nettes Personal mit vielen hilfreichen Tipps. Besonders in den heißen Sommermonaten lohnt es sich mit einem Local zu sprechen, der euch helfen kann die starke Hitze besser einzuschätzen. Längere Wanderungen sind in dieser Zeit äußerst kräftezehrend und ihr solltet euch gut überlegen wie sehr ihr euch auspowern wollt, insbesondere wenn ihr nur einen Tag im Big Bend unterwegs seid. In Panther Junction habt ihr außerdem noch die Möglichkeit zu tanken und eure Vorräte aufzufüllen.

Da es wenige Shops im Park gibt und die Strecken relativ weit sind empfehlen wir euch mit einer prallgefühlten Kühlbox voller Snacks und Getränke in den Park zu starten. Damit seid ihr unabhängig von der Infrastruktur im Nationalpark und könnt wo immer ihr wollt ein Picknick machen. Beachtet das ihr bei heißen Temperaturen einen erhöhten Kalorien- und Wasserbedarf habt. Eine Gallone Wasser pro Tag und Person sollte in jedem Fall im Gepäck sein, dazu am besten Elektrolytdrinks, frisches Obst, Sandwiches und energiereiche Snacks.

Big Bend Nationalpark
"Texas, Landschaft im Big Bend Nationalpark"

ChisoS Basin & Window View

Bereits die Anfahrt nach Chisos Basin ist spektakulär und bietet euch eine tolle Aussicht auf die Berge des Big Bends. Auf Grund der Höhenlage können die Temperaturen hier deutlich angenehmer sein als in den niedrigeren Wüstenregionen. In Chisos Basin sind die meisten der offiziellen Unterkünfte und Campgrounds im Nationalpark, diese sind oft sehr einfach und nur über die Website des Parks buchbar. Rund um das zentrale Visitor Center gibt es einige Wanderweg. Der Window View Trail ist ein kurzer Spaziergang auf einem barrierfreien Wanderweg, der euch zu einer Aussichtsplattform mit einer grandiosen Aussicht durch zwei Felswände, dem „Fenster“ führt. Wohingegen der Window Trail euch direkt zu besagter Felsformation führt. Die Wanderung ist rund 9,5km lang und dauert ca. 3 Stunden, da wir noch viel vor hatten an diesem Tag haben wir diese Wanderung jedoch ausgelassen.

Big Bend Nationalpark: Window View
"Texas, Window View Trail im Big Bend Nationalpark"
Big Bend Nationalpark: Window View
"Texas, Window View Trail im Big Bend Nationalpark"
Big Bend Nationalpark: Window View
"Texas, Window View Trail im Big Bend Nationalpark"

Lost Mine Trail

Der Lost Mine Trail nur wenige Kilometer von Chisos Basin ist eine der beliebtesten Wanderung im Bid Bend. In den Sommermonaten ist Low Season im Park, sodass wir keine Probleme hatten und vom Parkplatz direkt am Trailhead starten konnten. An belebten Tagen kann es jedoch schwierig werden einen Parkplatz zu ergattern. Zu Beginn führt die Wanderung eine leichte Steigung den Berg hinauf, am Wegrand befinden sich einige Sträucher die den Weg beschatten, sodass die Wanderung nicht zu anstrengend ist. Je höher ihr kommt, desto lichter wird die Vegetation und am Ende schlängelt sich der Weg über Serpentinen zum Fuße des Lost Mine Peaks. Nach dem Aufstieg werdet ihr mit einer grandiosen Aussicht über die weite Landschaft des Big Bends belohnt. Die gesamte Wanderung ist rund 7,5km lang, ihr solltet dafür ca. 2,5 – 3 Stunden einplanen.

Achtung: Der Lost Mine Trail führt durch das Gebiet von Berglöwen und Schwarzbären. Wir haben zwar selbst keine gesehen, aber am Wegrand findet ihr viele angeknabberte Kaktusfeigen und den dazu passenden Bärenkot.

Big Bend Nationalpark: SLost Mine Trail
"Texas, Aussicht vom Lost Mine Trail im Big Bend Nationalpark"

Ross Maxwell Scenic Drive

Auf dem Weg zu den letzten Highlights des Nationalparks durchquert ihr den Big Bend über den Ross Maxwell Scenic Drive. Bereits während der Fahrt habt ihr eine tolle Aussicht auf die weite Wüstenlandschaft und die steilen Hänge der Berge im Big Bend. Die Route führt euch an einigen Viewpoints und Trailheads vorbei. Wir haben auf Grund der Hitze keine Wanderung mehr gemacht und sind nur die Aussichtspunkte angefahren, diese haben wir euch alle auf der Karte zur unserem Texas Roadtrip markiert. Der mit Abstand schönste Viewpoint im Big Bend Nationalpark war für uns definitiv der Sotol Vista Overlook. Von dort oben habt ihr eine spektakuläre Aussicht über die Weiten des Nationalparks bis hinunter zum Rio Grande und zum Santa Elena Canyon.

Big Bend Nationalpark: Sotol Vista
"Texas, Sotol Vista Overlook im Big Bend Nationalpark"
Big Bend Nationalpark: Santa Elena Canyon
"Texas, Santa Elena Canyon im Big Bend Nationalpark"

Castalon

Der Ross Maxwell Scenic Drive führt euch geradewegs nach Castalon, einer alten Ansiedlung, um die herum früher Baumwolle angepflanzt wurde. Sie liegt am Ufer des Rio Grandes und in der Gegend findet ihr einige alte Häuser und Maschinen aus längst vergangenen Zeiten. Auf dem Gelände verteilen sich einige Informationstafel, auf denen ihr mehr über die Geschichtes des Ortes erfahrt. Castalon ist die einzige Möglichkeit in der Gegend die Vorräte aufzufüllen und euch nochmal mit Wasser einzudecken bevor ihr euch zur Wanderung in den Santa Elena Canyon begebt.

Big Bend Nationalpark: Castolon
"Texas, Geisterstadt Castolon im Big Bend Nationalpark"

Santa Elena Canyon & Rio Grande

Der Santa Elena Canyon am Rio Grande bildet die Grenze zwischen den USA und Mexiko. Der Rundweg ist nur knapp 2,5km lang, es geht zwar über Stock und Stein aber dennoch ist die Wanderung einfach und führt euch zu einem der beeindruckendsten Orte in Texas. Der Canyon ist umringt von steilen goldgelben Felswänden, durch die sich das salbeigrüne Wasser des Rio Grandes schlängelt. Vom Parkplatz geht ihr einen kurzen Weg runter zum Rio Grande, dort lauft ihr entlang des Ufers und müsst einen Seitenarm des Flusses durchqueren. Bei unserem Aufenthalt im September war das Flussbett weitestgehend ausgetrocknet, sodass wir trockenen Fußes auf die andere Seite gekommen sind. Klettert die Böschung hinauf und folgt dem Trampelpfad durchs Gebüsch. Nach wenigen Metern öffnet sich das Dickicht zu einem Wanderweg, dem ihr bis in den Canyon folgt. Am Ende des Weges geht ihr durch einen Schilfwald und könnt tief im Canyon euren Schabernack mit dem Echo treiben.

Achtung: Bei der texanischen Hitze kann euch selbst eine kurze Wanderung an eure Grenzen bringen. Denkt an ausreichend Sonnenschutz und habt mindesten (!) 1,5L Wasser pro Person dabei. Wir waren am späten Nachmittag hier, dann liegen bereits einige Bereiche im Schatten, was das Wandern deutlich angenehmer macht.

Big Bend Nationalpark: Rio Grande
"Texas, Aussicht auf den Rio Grande im Big Bend Nationalpark"
Big Bend Nationalpark: Santa Elena Canyon
"Texas, Santa Elena Canyon im Big Bend Nationalpark"
Big Bend Nationalpark: Santa Elena Canyon
"Texas, Santa Elena Canyon im Big Bend Nationalpark"

Terlingua

Die alte Goldgräberstadt Terlingua ist heute irgendwas zwischen Freiluftmuseum und Hippiedorf. Sie ist das letzte bisschen Zivilisation unmittelbar vor den Toren des Big Bend Nationalpark und damit ein guter Ausgangspunkt wenn ihr mehrere Tage im Big Bend verbringen wollt. Das Stadtgebiet zieht sich relativ weitläufig durch die karge Landschaft und bereits bei der Anfahrt seht ihr auf den Hügeln die unzähligen instagramable Unterkünfte, vom kultigen Airstream* bis zur Luxusvilla*. Dazwischen findet ihr unzählige Relikte aus der Vergangenheit. Wer genug Zeit im Gepäck hat, kann hier auch heute noch auf Schatzsuche gehen und findet dabei zahlreiche tolle Fotospots. In Terlingula gibt es einige Cafés, Bars und Restaurants wie das berühmte Starlight Theatre in denen ihre den Tag bei einem deftigen Essen und kühlen Bier ausklingen lassen und dabei beobachten könnt wie die letzten Sonnenstrahlen den Himmel über dem Big Bend in spektakulären Farben erstrahlen lassen.

Big Bend Nationalpark: Terlingua
"Texas, Longhorns bei Terlingua im Big Bend Nationalpark"

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