Südafrika – Safari im Private Game Reserve vs. Selbstfahrer-Safari

Südafrika Safari: Selbstfahrer-Safari im Addo Elephant Park vs. Private Game Reserve
"Südafrika, Selbstfahrer-Safari vs. Private Game Reserve"

Eine Safari gehört zu Südafrika wie das Amen in die Kirche! Somit gibt es unzählige Möglichkeiten euch ins Abenteuer zu stürzen. Neben dem weltberühmten Kruger Nationalpark im Osten Südafrikas, gibt es im ganzen Land zahlreiche kleinere Nationalparks oder sogenannte Private Game Reserves in denen ihr auf Safari gehen könnt. Auf unserem Südafrika-Roadtrip entlang der Garden Route haben wir zwei Safaris gemacht, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Eins haben Sie jedoch beide gemeinsam: Es ist ein unvergessliches Abenteuer und ihr seht mit Sicherheit viele Tiere. In diesem Beitrag stellen wir euch die Vor- und Nachteil einer Südafrika Safari als Selbstfahrer in einem Nationalpark und einer geführten Tour in einem Private Game Reserve vor…

Definition: Was ist der Unterschied zwischen Nationalpark und Private Game Reserve?
Tiersichtungen: Welche Tiere sehe ich auf Safari?
Entdeckergeist: Welche Safari bietet den größten Abenteuerfaktor?
Sicherheit: Ist eine Safari sicher?
Kosten: Wie ist das Preisleistungsverhältnis bei der Safari?
Unterkunft: Wo übernachte ich während der Safari?
Ablauf: Wie ist sieht ein typischer Tag auf Selbstfahrer-Safari oder im Private Game Reserve aus?
Ausrüstung: Was muss ich für das Safari-Abenteuer mitbringen?
Verpflegung: Wie ist die Versorgung auf der Safari?
Fortbewegung: Brauche ich einen Geländewagen?
Fazit: Selbstfahrer-Safari vs. Private Game Reserve, welche Safari ist die Richtige für mich?

Südafrika Safari Addo Elephant Park: Elefanten am Wasserloch
"Südafrika, Elefanten am Wasserloch im Addo Elephant Park"

First of all: Der Vergleich der beiden Safaris in diesem Beitrag entspringt unseren persönlichen Empfindung.  Es ist ein Zusammenspiel aus eigenen Vorlieben und unseren persönlichen Erlebnissen. Jede Reise ist unterschiedlich, was für den einen richtig und wichtig ist, kann ein anderer genau gegenteilig empfinden.  All dies beeinflusst unsere Reiseerfahrungen.
Wir würden uns freuen wenn ihr eure Meinung und Erfahrungen in den Kommentaren mit uns teilt. So haben wir die Möglichkeit anderen Lesern möglichst breitgefächerte Informationen zur Verfügung zu stellen. 

Definition: Was ist der Unterschied zwischen Nationalpark und Private Game Reserve?

Ein Private Game Reserve ist eine privater Wildtierpark, in dem ihr die Möglichkeit habt Tier zu beobachten. In den Safariparks werden die Tiere aufgenommen, sodass z.B. mit den Big Five geworben werden kann. Da ein Private Game Reserve eine wesentlich kleinere Fläche aufweist als ein Nationalpark, ist die Chance alle Tiere zusehen geradezu 100%. Auf dem Gelände werden Fressfeinde voneinander separiert, z.B. die Löwen und somit müssen die Tiere natürlich auch gefüttert werden. Aber auch die anderen Tiere haben bestimmte Plätze an denen sie ihr Futter vorfinden und daher zu bestimmten Tageszeiten unter Garantie anzutreffen sind, diese werden dann auf den geführten Safaris gezielt angefahren. Dennoch können sich die Tiere auf dem großen abgezäunten Gelände weitestgehend frei bewegen. In den meisten Parks befinden sich luxuriöse Safari-Lodges, die euch ein rundum Wohlfühlpaket bieten.  Der Fokus liegt dabei auf der Monetarisierung durch den Tourismus.

Südafrika Safari im Aquila Private Game Reserve: Landschaft mit Straußen
"Südafrika, Strauße in der Landschaft im Aquila Game Reserve"

Im Gegensatz zu einem Private Game Reserve, sind Nationalparks, wie der Kruger Nationalpark oder der Addo Elephant Park staatlich organiserte Schutzzonen. Hier liegt der Fokus auf dem Artenschutz, dabei ist der Tourismus ein Mittel um das Schutzziel zu finanzieren. Die Nationalparks sind wesentlich größer als Private Game Reserves. Hier heißt es leben und leben lassen und der Mensch greift möglichst wenig in die Natur ein. Dementsprechend werden die Tiere nicht gefüttert und haben ihre natürlichen Territorien. Einige Nationalparks sind jedoch zum Schutz vor Wilderern eingezäunt. Im Kruger Nationalpark wie auch im Addo Elephant Park habt ihr neben geführten Safaris auch die Möglichkeit auf Selbstfahrer-Safari zu gehen, dabei könnt ihr euch mit eurem Fahrzeug weitestgehend frei im Park bewegen. Natürlich könnt ihr auch mehrere Tage in den Nationalparks verbringen und dort übernachten.

Tiersichtungen: Welche Tiere sehe ich auf Safari?

Die meisten Game Lodges werben mit den Big Five, also Elefanten, Löwen, Leoparden, Büffel und Nashörnern und haben alle oder zumindest fast alle dieser Tiere im Bestand. Darüber hinaus könnt ihr im Private Game Reserve aber natürlich auch viele andere Tiere sehen. Generell habt ihr in einem Private Game Reserve bessere Chancen alle erhofften Tiere zu sehen. Dies liegt zunächst an der geringeren Größe und damit verbunden mit weniger Ressourcen (z.B. nur ein Wasserloch) an dem sich die Tiere tummeln. Aber auch daran das die Tiere zum Teil gefüttert werden und dann natürlich immer wieder am selben Ort zu finden sind, beim Game Drive werden diese Spots dann gezielt angefahren.

Auch Kleintiere haben ihren Reiz! Ein wahrhaft einzigartiges Erlebnis wartet in der Kleinen Karoo auf euch: Auf der Buffeldrift Game Logde* in der Nähe von Oudtshoorn habt ihr die Möglichkeit bei einer morgendlichen Safari Erdmännchen zu beobachten.

Auch wenn man im Addo Elephant Park theoretisch alle der Big Five sehen kann, ist die Wahrscheinlichkeit auf einer Selbstfahrer-Safari deutlich geringer die komplette Liste abzuhaken. Dazu bedarf es großes Glück, da sich die Tiere gern in die entlegenen Gebiete des Parks zurückziehen. Bei einem geführten Game Drive habt ihr auch dort bessere Chancen. Der Addo ist vor allem für seine riesigen Elefanten Herden bekannt und davon werdet ihr in jedem Fall reichlich sehen! Giraffen und Nilpferde leben übrigens gewöhnlich nicht in diesem Teil von Südafrika und sind daher auch nicht im Addo Elephant Park zu finden, können aber in den meisten privaten Wildtierreservaten beobachtet werden.

Entdeckergeist: Welche Safari bietet den größten Abenteuerfaktor?

Auch wenn ihr bei einem geführten Game Drive wesentlich bessere Chancen habt alle Tiere zu sehen und eine Safari ohnehin immer ein cooles Erlebnis ist, war der Abenteuerfaktor für uns auf der Selbstfahrer-Safari im Addo Elephant Park einfach unschlagbar. Es gibt nichts cooleres als selbst auf die Pirsch zu gehen, gespannt das Gelände mit dem Fernglas abzusuchen und das Kribbeln zu spüren wenn man ein Tier entdeckt hat. Dieses Gefühl sich wie ein richtiger Entdecker in unbekannten Gebieten zu fühlen ist unbezahlbar und kommt bei einer geführten Tour einfach nicht so richtig auf. 

Südafrika Safari Addo Elephant Park: Zebras in der Landschaft
"Südafrika, Zebras in der Landschaft im Addo Elephant Park"

Sicherheit: Ist eine Safari sicher?

Wir haben sowohl die Selbstfahrer-Safari, als auch den Game Drive im Private Game Reserve als sehr sicher empfunden. Beim Game Drive seid ihr mit erfahrenen Guides in Gelände tauglichen Fahrzeugen unterwegs. Diese wissen das Verhalten der Tiere genau zu deuten und können in brenzligen Situation ggf. mit einem gekonnten Ausweichmanöver reagieren. Aber auch eine Selbstfahrer-Safari ist absolut sicher, wenn ihr euch an die Regeln haltet. Im Normalfall sind die Tiere aber ohnehin scheu und halten gewöhnlich von allein Abstand, bzw. gehen ganz ruhig ihrer Wege.

Haltet Türen und Fenster geschlossen: Insbesondere wenn ihr euch in der Nähe von Raubtieren befindet, empfiehlt es sich das Fahrzeug geschlossen zu halten. Aus sicherer Entfernung könnt ihr aber schon mal die Scheibe runter lassen um ein Foto zu machen.

Versucht nicht mit den Tieren zu interagieren: Wildtiere anfassen ist nie eine gute Idee! Lasst die Tiere einfach in Ruhe, versucht unter keinen Umständen sie zu füttern, bedrängt sie nicht mit eurem Fahrzeug und lasst die Finger von der Hupe.

Verlasst das Fahrzeug nur in sicheren Zonen: Regel Nr. 1 – Niemals das Fahrzeug verlassen! Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel, so könnt ihr an bestimmten Plätzen wie Lookouts oder in den Picknick Areas das Fahrzeug bedenkenlos verlassen.

Haltet euch an die Geschwindigkeitsbegrenzungen: Diese liegt im Addo bei max. 40km/h. Achtet auf die Umgebung, es kommt nicht selten vor, dass ein Tier plötzlich euren Weg kreuzt. Mistkäfer first-  Sie haben immer Vorfahrt!

Südafrika Safari im Aquila Private Game Reserve: Tiere am Wasserloch
"Südafrika, Tiere am Wasserloch im Aquila Game Reserve"

Kosten: Wie ist das Preisleistungsverhältnis bei der Safari?

Bei der Selbstfahrer-Safari habt ihr neben den Grundkosten für Mietwagen, Unterkunft und Verpflegung zusätzlich nur den Parkeintritt zu kalkulieren. Dieser liegt für ein Tagesticket in den Addo Elephant Park aktuell bei rund 18€ pro Erwachsenen. Mietwagen und Unterkunft sind in Südafrika relativ günstig, wir haben für unsere sehr schöne Unterkunft vor den Toren des Parks nur 40€ pro Nacht bezahlt (Settle inn Self Catering Units*), einen normalen Mietwagen bekommt ihr ab rund 20€ pro Tag. Ein Tag im Addo Elephant Park würden euch bei zwei Personen also rund 100€ kosten, damit ist eine Selbstfahrer-Safari die mit Abstand günstigste Option um in die Tierwelt Südafrikas einzutauchen.

Südafrika Safari Addo Elephant Park: Zebra in der Landschaft
"Südafrika, Zebras in der Landschaft im Addo Elephant Park"

Für einen Tag in einem Private Game Reserve sind nach oben hingegen keine Grenzen gesetzt. Es gibt Game Lodges, wie das Gondwana Game Reserve*, die sündhaft teuer sind aber natürlich auch welche für den „normalen“ Geldbeutel. Wir haben das Aquila Private Game Reserve & Spa* über Booking gebucht und dabei zu zweit rund 240€ bezahlt. Klingt für ein „Hotel“ natürlich erstmal teuer aber dafür habt ihr zwei Safaris und alle Mahlzeiten inklusive, somit ist das Preisleistungsverhältnis sehr gut. Eine geführte Tagestour im Nationalpark oder Private Game Reserve kostet oftmals auch um die 100€ pro Person und ist damit für uns die Option mit dem schlechtesten Preisleistungsverhältnis, da dann noch die Grundkosten hinzukommen.

Südafrika Safari im Aquila Private Game Reserve: Lodge in der Landschaft
"Südafrika, Lodge des Aquila Game Reserves im Sonnenuntergang"

Unterkunft: Wo übernachte ich während der Safari?

Bei einer Selbstfahrer-Safari könnt ihr in einer Unterkunft in der Umgebung des Parks oder in einem Camp innerhalb des Nationalparks übernachten. Die Camp gibt es in verschiedenen Kategorien vom einfachen Camp Ground bis hin zu luxuriösen Lodges wie dem Gorah Elephant Camp* im Addo. Die Unterkünfte in unmittelbarer Umgebung zum Nationalpark haben oft ein besseres Preisleistungsverhältnis. Wir haben z.B. in einem sehr gut ausgestatteten Studio am Südtor des Addo Elephant Parks bei Colchester übernachtet (Settle inn Self Catering Units*).
Im Private Game Reserve übernachtet ihr gewöhnlich in den dazugehörigen Game Lodges, könnt aber wie oben bereits erwähnt auch nur eine Tagestour buchen.

Ablauf: Wie ist sieht ein typischer Tag auf Selbstfahrer-Safari oder im Private Game Reserve aus?

Bei einer Selbstfahrer-Safari könnt ihr euren Tage völlig frei planen. Am besten ihr kommt sehr früh, gleich wenn der Park öffnet und bleibt bis zum Abend wenn der Park schließt. So könnt ihr die Morgen- und Abendstimmung einsaugen, außerdem sind die Tiere zu diesen Zeiten am aktivsten. Während eurer Selbstfahrer-Safari könnt ihr natürlich auch eure Route frei gestalten und die verschiedenen Spots in eurem Tempo abfahren. So könnt ihr die Tiere so lange beobachten wie ihr möchtet, in Ruhe Fotos machen und länger bei eurem Lieblingstier verweilen ohne an einen Zeitplan gebunden zu sein.

In einem Private Game Reserve ist euer Tag hingegen ziemlich durchgetaktet. Nach der Ankunft gibt es meist einen Begrüßungscocktail und Lunch. Am Nachmittag bezieht ihr euer Zimmer und geht auf Abendsafari. Die Abendstunden könnt ihr dann gemütlich ausklingen lassen, bevor es morgens noch vor dem Frühstück auf Morgensafari geht. Bei den Safaris seid ihr an einen Zeitplan gebunden und könnt nicht so lange bei den Tieren verweilen. Dafür seht ihr in kurzer Zeit aber natürlich viele verschiedene Tier.

Südafrika Safari im Aquila Private Game Reserve: Game Drive
"Südafrika, Game Drive im Aquila Game Reserve"

Ausrüstung: Was muss ich für das Safariabenteuer mitbringen?

Weder im Private Game Reserve noch auf einer Selbstfahrer-Safari benötigt ihr eine besondere Ausrüstung. Das wichtigste sind natürlich eine Kamera mit einem guten Objektiv und ein Fernglas. Die Game Lodges sind oft sehr exklusiv und weniger abenteuerlich, daher könnt ihr dort auch eure schönsten instagramable Safari-Outfits ausführen. Bei einer Selbstfahrer-Safari werdet ihr euer Fahrzeug eher seltener verlassen und könnt daher eure Alltagsklamotten anziehen. In eurem Fahrzeug könnt ihr die Temperatur so regeln das es für euch behaglich ist, wohingegen es in den offenen Fahrzeugen bei einem Game Drive, je nach Jahres- und Tageszeit schonmal recht frisch oder heiß werden kann.

Verpflegung: Wie ist die Versorgung auf der Safari?

Im Private Game Reserve müsst ihr euch über den Punkt Verpflegung überhaupt keine Sorgen machen, für euer leibliches Wohl ist in jedem Fall gesorgt. In der Lodges werden in der Regel alle Mahlzeiten als üppige Buffets serviert. Auch während des Game Drives gibt je nach Länge Stops für einen Snack oder Getränke. Damit ihr in der staubigen Savanne nicht durstig werdet, empfiehlt es sich auf jeden Fall eine Flasche Wasser dabei zu haben.

Auf der Selbstfahrer-Safari seid ihr auch für eure Verpflegung selbst verantwortlich. Zwar gibt es in den Nationalparks auch Restaurants, diese sind aber nicht immer von guter Qualität, so auch im Addo. Dort würden wir euch in jedem Fall empfehlen euch ein Lunchpaket mitzubringen, welches ihr in einer der Picknick Areas verzehren könnt. Wir fanden das eine Safari ein wenig wie Kino ist, bringt euch also etwas zu knabbern mit.

Südafrika Safari im Aquila Private Game Reserve: Nashorn
"Südafrika, Nashorn mit Jungtier im Aquila Game Reserve"

Fortbewegung: Brauche ich einen Geländewagen?

Im Private Game Reserve benötigt ihr außer für die Anreise kein eigenes Fahrzeug, auf Selbstfahrer-Safari hingegen schon. Im Fall des Addo Elephant Park können wir euch auf jeden Fall beruhigen: Ihr braucht dort keinen Geländewagen. Im Hauptteil des Parks sind alle Straßen sehr gut befahrbar. Die Hauptstraßen sind asphaltiert und einige Nebenstraßen geschottert. Generell brauchten wir für unseren Roadtrip entlang der Garden Route keinen Geländewagen. Wir haben die Straßenverhältnisse in dieser Gegend als sehr gut empfunden. Auch im berühmten Kruger Nationalpark ist kein Geländewagen erforderlich! Solltet ihr andere Nationalparks in Afrika besuchen wollen, solltet ihr euch in jedem Fall vorher über die örtlichen Gegebenheiten informieren.

Südafrika Safari Addo Elephant Park: Elefanten im Gebüsch
"Südafrika, Elefanten im Gebüsch im Addo Elephant Park"

Fazit: Selbstfahrer-Safari vs. Private Game Reserve, welche Safari ist die Richtige für mich?

Wir haben beide Arten der Safari sehr genossen und sind froh beide Erlebnisse gemacht zu haben. Sowohl eine Selbstfahrer-Safari als auch der Besuch eines Private Game Reserves haben ihre Vor- und Nachteile. Der größte Vorteil bei einem Game Drive in einem Private Game Reserve aber auch durch einen Nationalpark, ist natürlich, dass man dann die größte Chance hat alle der Big Five zu sehen. Allerdings ging für uns bei einer geführten Tour ein wenig der Entdeckergeist verloren. Das Erlebnis bei einer Selbstfahrer-Safari selbst auf die Pirsch zu gehen ist einfach etwas ganz Besonderes und setzt Glücksgefühle frei, die wir auf den Game Drives, wenn einem alle Tiere auf dem Silbertablett präsentiert werden, nie hatten.

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